Der Corporate-Trust-Index

Image und Markenwert von Unternehmen werden maßgeblich durch das Vertrauen beeinflusst, das ihnen entgegengebracht wird. Da die meisten Informationen über Unternehmen in der Öffentlichkeit nicht aus erster Hand stammen, sondern medial vermittelt sind, ist die Medienberichterstattung der wesentliche Faktor dieser Vertrauensbildung auf Seiten der Leser.
Der Corporate-Trust-Index (CTI) wird durch ein inhaltsanalytisches Verfahren erhoben und kann Unternehmen zeigen, wie deren Image dadurch beeinflusst wird. Das Verfahren kann in jeder individuellen Medienanalyse einzelner Unternehmen angewendet werden. Dabei werden die Inhalte der Berichterstattung sieben Vertrauensfaktoren zugeordnet, die sich zu folgenden drei Vertrauensdimensionen zusammenfassen lassen: der fachspezifischen, der ethischen und der kommunikativen Dimension.

Die Analyse der medialen Präsenz und die Bewertung der einzelnen Vertrauensfaktoren eines Unternehmens zeigen dessen Image aus einem bisher wenig analysierten Blickwinkel und bieten Erklärungsmöglichkeiten für dessen Entwicklung. So kann beispielsweise der Einfluss von Individuen (Vorstände, Aufsichtsräte) und deren Handeln auf das in Medien kommunizierte Image von Unternehmen – beispielsweise durch die Auswirkungen von unwahrer Kommunikation oder der Unterstellung mangelnder Fachkompetenz des Managements dargestellt werden.
Geschulte Codierer erfassen für jedes Unternehmen die in den Artikeln genannten Vertrauensfaktoren, die dazu geeignet sind, das Vertrauen der Leser zu stärken oder zu schwächen. Zudem können Medienpräsenz und -image der Unternehmen auch unabhängig von genannten Vertrauensfaktoren analysiert werden, die je nach aktuellen Unternehmensthemen in etwa 40 bis 70 Prozent der Berichterstattung angesprochen werden.

Aus den hier erfassten Daten wird der CTI-Wert errechnet. Der Corporate-Trust-Index ist ein Wert, der Quantität und Qualität der Medienberichterstattung in einer Zahl zusammenfasst. Somit ist er ein Indikator für möglichen Vertrauensgewinn oder -verlust einzelner Unternehmen durch die Medienberichterstattung. Aussagen über entsprechende Einstellungsänderungen der Leser können nicht direkt gemacht werden, sind aber anzunehmen.

NEU:
Aktuelle Studie zu Diskrepanzen in der Dax30-Berichterstattung, erschienen im Journal of Communication Management in Kooperation mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

Seiffert, J., Bentele, G. & Mende, L. (2011). An explorative study on discrepancies in communication and action of German companies. Journal of Communication Management, (15)4, 349-367.

Hier finden Sie alle Artikel, die bisher unter manager-magazin.de zum CTI erschienen sind:

Autobauer genießen größtes Vertrauen (03.01.2011)
Deutsche Autobauer - Bröckelndes Vertrauen (07.04.2010)
Wie die Medien Josef Ackermann sehen (31.08.2009)
Eon in der Vertrauensfalle (10.07.2009)
Warum Autobauer von der Krise profitieren (23.12.2008)
Von Beschwichtigern und Bankstern (29.10.2008)
Warum die Commerzbank so gut ankommt (20.06.2008)
Neuanfang mit alten Seilschaften? (28.05.2008)
Endet die Blüte von VW? (23.04.2008)
Wie ein Verdacht das Misstrauen schürt (08.04.2008)
Stellenabbau - na und? (17.03.2008)
Es bleibt immer etwas hängen (29.02.2008)
Was, bitte schön, ist Tui? (15.02.2008)
Wie Medien über Siemens denken (23.01.2008)