KI-Lizenz für deutsche Presseinhalte: Ein neues Erlösmodell für hochwertigen Content

Roger Dormeier bei PMG Presse-Monitor
Roger Dormeier
Jan-Sebastian Blender verantwortet seit 01. September 2025 den Bereich Content- und Qualitätsmanagement bei PMG Presse-Monitor.
Jan-Sebastian Blender, Leiter Content- und Qualitätsmanagement bei PMG, beantwortet drei zentrale Fragen zur KI-Lizenz für deutsche Presseinhalte – dem neuen Erlösmodell für hochwertigen Content.

Im April berichtete Natascha Thomas, stellvertretende Geschäftsführerin der PMG, über ein neues Lizenzmodell für Verlagsinhalte. Der rasant wachsende Bedarf an hochwertigen journalistischen Inhalten für KI-Anwendungen in Unternehmen und Behörden soll wirtschaftlich erfolgreich und rechtssicher bedient werden. Unter dem Namen „KI-Lizenz für deutsche Presseinhalte“ hat sich inzwischen ein konkretes Geschäftsmodell entwickelt, für das wir in den letzten Wochen bereits mehrere große Verlage und Medienhäuser mit dutzenden Titeln gewinnen konnten.

Drei Fragen traten bei den Gesprächen mit unseren Content-Partnern immer wieder auf. Jan-Sebastian Blender gibt Antworten:

Kannibalisiert die KI-Lizenz für deutsche Presseinhalte nicht das Pressespiegelgeschäft?
Klare Antwort: Nein! Die neue Lizenz deckt ein völlig anderes Angebot ab und richtet sich an Bereiche, die sich mit Recherchen für die strategische Unternehmensentwicklung und Competitive-Intelligence-Themen beschäftigen. Insofern ist das Geschäft mit klassischen Pressespiegeln nicht betroffen. Unabhängig davon schreiben wir auch im Rahmen des neuen Angebots Sicherheit und verantwortungsvollen Umgang mit den Verlagsinhalten groß. So können Nutzer/-innen nicht auf Volltexte zugreifen. Die Inhalte liegen als separate Wissensdatenbank in einer geschützten Umgebung. Zudem ist die Reproduktion von Originaltexten im KI-Output auf maximal 150 Zeichen limitiert. Das verhindert jede Form von Substitution. Die KI-Lizenz ist für Verlage ein neuer Erlöskanal mit einer neuen Zielgruppe, ohne dass bestehende Einnahmemodelle gefährdet werden. Wir schaffen also echte Ergänzung statt Kannibalisierung.

“Die Inhalte dienen als Wissenbasis – nicht zum Training globaler KI-Modelle.”

Wie stellen Sie sicher, dass Inhalte nicht unkontrolliert an KI-Konzerne gelangen?
Wir arbeiten mit drei ineinandergreifenden Schutzmechanismen. Erstens: Wir erlauben ausschließlich Retrieval-Augmented-Generation-Verfahren (RAG) für interne Unternehmens-Chatbots. Die Daten trainieren kein Modell und dürfen explizit nicht für Fine-Tuning verwendet werden. Ein Rückfluss der Daten an die Betreiber der generativen KI-Systeme ist ausgeschlossen. Die Inhalte dienen lediglich als Wissensbasis für spezifische interne Anwendungen, nicht zum Training von Sprachmodellen, die weltweit verbreitet werden. Zweitens: Wir schließen Big Techs und weitere KI-Anbieter explizit als Kunden aus. Nur Großunternehmen, Behörden, KMU und NGOs erhalten Zugang.
Dadurch sprechen wir die zentrale Sorge der Verlage an, nämlich dass ihre Inhalte irgendwo für das Training von KI-Systemen verwendet werden.
Drittens: Die Vereinbarungen über die Nutzung der Inhalte sind glasklar formuliert. Sie regeln eindeutig, was Kunden mit den Inhalten tun dürfen und was nicht. Wir folgen hier unserer Erfahrung aus der erfolgreichen Content-Vermarktung für Pressespiegel: Rechtssicherheit und Transparenz für die Verlage schaffen maximale Kontrolle über die Verwendung der Inhalte.

“Wir arbeiten an einem neuen Erlösmodell für hochwertigen Content.”

Es liegen nicht für alle Verlagsinhalte die notwendigen Rechte vor. Ist das ein Hindernis?
Die VG WORT hat ihre Wahrnehmungsverträge mit Autor/-innen um spezifische KI-Nutzungsrechte erweitert. Sie kann nun Lizenzen für unternehmensinterne KI-Anwendungen vergeben. Das ist der entscheidende Schlüssel zur umfassenden Rechtssicherheit. Texte von Autor/-innen, die dieser Rechteeinräumung widersprechen, fließen nicht in die neue Datenbank. Damit verhindern wir Graubereiche und Unsicherheiten. Diese Lösung ist nicht starr, sondern flexibel: Inhalte können auch nachträglich deaktiviert werden, wenn dies aus juristischen Gründen, auf Autoreninitiative oder bei geänderten Bedingungen notwendig ist. Die Einbindung der Autor/-innen über die VG WORT ist rechtssicher geregelt, wodurch Risiken für Verlage auf ein Minimum reduziert werden. Ein großer Fortschritt für Produzenten und Nutzer hochwertiger Inhalte.

Wir arbeiten an einem neuen Erlösmodell für hochwertigen Content – und Sie können Teil davon sein. Gern stellen wir Ihnen die KI-Lizenz für deutsche Presseinhalte im persönlichen Gespräch vor.

Unser Team Content Management mit Jan-Sebastian Blender an der Spitze berät Sie gerne.

 

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Artikel von
Roger Dormeier

vermittelt komplexe Themen verständlich – aber mit Stil.

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