Zu wenig Chips: Halbleitermangel in den Medien

Ulrike von Pokrzywnicki

Der Mangel an Mikrochips betrifft nicht nur die Automobilproduktion und Gaming, sondern zahlreiche Branchen. Unsere Auswertung zeigt allerdings: Die Halbleiterkrise verliert in der Berichterstattung allmählich an Präsenz.

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Bis zu elf Millionen Fahrzeuge 2021 nicht gebaut

Vom Chipmangel sind nicht nur Autofahrende und Gamer:innen betroffen, aber an ihnen stellt sich der Mangel besonders gut dar: Die Beratungsgesellschaft Boston Consulting geht davon aus, dass zehn bis elf Millionen Fahrzeuge 2021 nicht gebaut wurden, weil es an der Mikroelektronik mangelte. Sonys Playstation 5 – das aktuelle Konsolen-Flaggschiff – war viele Monate so gut wie gar nicht zu kaufen.

Daneben gab es zahlreiche weitere Branchen, die nicht ausreichend mit Chips beliefert wurden. Denn die Bauteile werden überall eingesetzt: in Routern, Kameras, Küchengeräten … Analyst Goldman Sachs listet 169 betroffene Branchen auf.

Kontextthemen zum Mikrochipmangel und Tonalität

Januar bis September 2022

Gründe für die Halbleiterkrise

Die Gründe für den Mangel sind vielfältig. So hatte die Autoindustrie zu Beginn der Corona-Krise große Bestellmengen storniert. Als sie wieder hochfuhr, waren die Kontingente anderweitig verkauft. Das „Corona-Homeoffice“ erforderte neue Laptops, Monitore und Drucker. Dazu kamen in den USA, aber auch in Japan Naturkatastrophen und Brände in Fertigungsstätten.

Weniger Chipmangel, weniger Berichterstattung

Aber: Laut den Marktforschenden von Gartner sind Überkapazitäten in der Chipbranche schon 2023 wieder möglich. Die Besserung der Lage spiegelt sich auch im Rückgang der Berichterstattung wieder.

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Wer schreibt am meisten?

Nicht alle Medien berichten über alles gleich und gleich viel – zum Glück! Das spiegelt die Medienauswertung mit MediaMeter oft sehr deutlich wider. Die folgenden Titel berichteten am häufigsten über die Halbleiterkrise, allen voran Handelsblatt.com.

  1. Handelsblatt.com (249 Beiträge)
  2. Reuters (210 Beiträge)
  3. dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten (186 Beiträge)
  4. finanzen.net (161 Beiträge)
  5. cash.ch (151 Beiträge)
  6. Merkur.de (134 Beiträge)
  7. automobilwoche.de (127 Beiträge)
  8. Welt.de (119 Beiträge)
  9. Handelsblatt (112 Beiträge)
  10. kfz-betrieb Online (110 Beiträge)

 

Methode

Die Auswertung wurde mit PMG MediaMeter mit Daten vom 1. Januar bis 30. September 2022 erstellt. Darstellungen des Zeitverlaufs aktualisieren wir darüber hinaus mehrfach am Tag. Basis der Analyse ist das PMG Medienpanel mit über 90 Prozent der deutschen Tagespresse und darüber hinaus wichtigen internationalen Medien. Das Panel umfasst 3.000 Titel. Gefiltert wurden alle Medienbeiträge, in denen die oben dargestellten Begriffe inklusive alternativer Schreibweisen vorkommen.

Eigene Erkenntnisse gewinnen

Mit den Auswertungen im Chart des Monats zeigen wir Ihnen an tagesaktuellen Beispielen die Möglichkeiten, die Ihnen PMG MediaMeter bietet, um die Entwicklung der Berichterstattung zu Ihren Themen zu beobachten und zu bewerten. Das Self-Service-Tool dient PR-Verantwortlichen und Pressesprechern als praktische Ergänzung für ein modernes Presseclipping. Sie können Medienanalysen damit selbst anlegen und wertvolle Erkenntnisse aus der Berichterstattung gewinnen.

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