PMG Ranking: Merkel vs. Gabriel – Oktober 2015

Ulrike von Pokrzywnicki

Die Kanzlerin und ihr Vizekanzler in den Medien und der Wählergunst

Kanzlerin Merkel schlägt Herausforderer Gabriel – zumindest mit Blick auf die Medienresonanz der beiden Politiker im 3. Quartal 2015.

Angela Merkel vergrößert ihren Vorsprung in der medialen Sichtbarkeit zu ihrem voraussichtlichen Herausforderer Sigmar Gabriel von der SPD deutlich. Im dritten Quartal 2015 beschäftigen sich über 156.000 Beiträge aus Printmedien mit der Kanzlerin; Vize-Kanzler Gabriel wird dagegen nur in etwa 62.000 Beiträgen erwähnt oder zitiert. Ähnlich ist das Verhältnis in Online-Medien: Auch hier weist die TrendAnalyse einen deutlichen Vorsprung Merkels gegenüber Gabriel aus, wobei beide – vor allem durch das aktuelle Flüchtlingsthema – mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen als im vorangegangenen Quartal.

Wie verhalten sich die mediale Resonanz und das Abschneiden in der Gunst der Wähler, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre? Während Gabriel nach der aktuellen Forsa-Umfrage geringfügig weniger Stimmen bekäme als beim letzten Urnengang, liegen Merkels Werte hier immer noch über dem 2013 erreichten Ergebnis. Fazit: Die Flüchtlingskrise hat im dritten Quartal zu einem deutlichen Zuwachs an medialer Berichterstattung geführt, die Kanzlerin aber dahin noch nicht so viel Sympathie gekostet, wie Stimmen aus der eigenen Fraktion vielleicht nahelegen. Ob das so bleibt, ist fraglich, wenn die Flüchtlinge und Merkels Position auch in den kommenden Monaten das dominierende Thema bleiben.

In welche Richtung das Stimmungsbild innerhalb kürzester Zeit kippen kann, zeigen wiederum andere Umfragen. Nach einer Befragung des Insa-Institutes für „Focus Online“ vom 13. Oktober 2015 ist jeder dritte Deutsche mit der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel so unzufrieden, dass er sich ihren Rücktritt wünscht. Insa hatte vom 9. bis zum 12. Oktober 2191 Bürger befragt.

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