Ersetzen Reportingdienste bald die Analysekompetenz der Berater? | PR-Experten

Ulrike Illner
Ulrike Illner

Jeden Monat beantwortet Ingrid Moorkens, Expertin der PMG für Medienbeobachtung und -analysen eine Leserfrage im prmagazin. Diesmal fragt der Nachwuchs der Agentur KOOB: Online-Reportingdienste werden immer intelligenter und besser. Ersetzen diese in Zukunft die Analysekompetenz eines erfahrenen Beraters?

Ersetzen Reportingdienste bald Berater?

Ingrid Moorkens: Automatisierte Text- und Medienanalysen über klassische Verfahren wie auch über KI-gestützte semantische Analysen gewinnen in jedem Fall an Bedeutung. Wir erhalten heute viel schneller als früher Ergebnisse über Themenschwerpunkte, Meinungsströmungen, Sentiments von verschiedenen Stakeholdern und über die Bedeutung der einzelnen Influencer.

Bei großen Textmengen braucht man keine Beraterunterstützung mehr

Vor allem bei großen Textmengen braucht man heute keine Beraterunterstützung im Reporting mehr, genauso wenig wenn es darum geht, nahezu in Echtzeit eine Orientierung zu bekommen, was wer in welcher Tonalität sagt und mit welchen Argumenten beurteilt.

Anders ist es jedoch, wenn es um vertiefende Fragestellungen geht oder wenn lediglich bestimmte Stakeholdergruppen oder Perspektiven beleuchtet werden sollen. Dann wird in Form von Hybridverfahren ein Teil automatisiert und ein anderer Teil von Menschen analysiert.

Insbesondere wenn Schlussfolgerungen, Ableitungen, Handlungsoptionen und Zielpositionierungen festzulegen sind, werden in jedem Fall erfahrene Berater benötigt.

Ihre Expertise sowie ihre Fähigkeit, sich in den konkreten Sachverhalt und in die Perspektive des auftraggebenden Unternehmens einzuarbeiten und einzufühlen wird auch langfristig ein unverzichtbarer Bestandteil einer professionellen und verlässlichen Kommunikationsevaluation bleiben.

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Ingrid Moorkens bei der PMG

Über die Autorin

Ingrid Moorkens verantwortete bis 2019 die Bereiche Content Management und Business Development bei der PMG. Das Management des Analyse-Tools PMG MediaMeter steuert sie dabei – ganz Medienanalystin im Herzen – selbst. Die Digitalisierung der klassischen PR-Dienstleistung Medienmonitoring und -analyse ist seit vielen Jahren ihr Kernthema. Den wachsenden Herausforderungen der PR-Verantwortlichen, vorausschauend Themen setzen, zielführend handeln und rechtzeitig reagieren zu können – in einem sich ständig ändernden Medienumfeld, möchte sie dabei mit den passenden und notwendigen Tools begegnen.

Die Diplom-Politologin ist seit über 20 Jahren in leitender Position und für viele Kunden in der PR-Evaluation tätig. Sie lehrt an Hochschulen zum Thema Kommunikations-Controlling und ist in der Medienevaluationsbranche gut bekannt und bestens vernetzt.

Die PR-Experten

Die Antwort von Ingrid Moorkens ist im prmagazin 10/2019 erschienen. In jedem prmagazin antwortet eine Runde von PR-Praktiker*innen auf Fragen von Lesern und gibt Tipps und zeigt Lösungswege auf.

Sie haben auch Fragen an das Experten-Team?
Senden Sie einfach eine E-Mail an experten@prmagazin.de.

Artikel von
Ulrike Illner

ist studierte Medienwissenschaftlerin und Marketing-Allrounderin.

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