Infoseite Pressespiegel

Was ist eigentlich ein Pressespiegel?
Welche Varianten gibt es und wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen
rund um die Erstellung und Verbreitung von Pressespiegeln aus?

Für eine erste Annäherung an dieses Thema finden Sie hier eine kurze Einführung.

  • Begriffsklärung
  • Papier-Pressespiegel
  • Digitaler Pressespiegel
  • Ausnahmeregelungen gemäß § 49 UrhG

Pressespiegel

Was ist ein Pressespiegel?

Ein Pressespiegel ist eine Zusammenstellung von aktuellen Artikeln und Beiträgen aus verschiedenen Presseerzeugnissen, wie Zeitungen, Zeitschriften und zunehmend auch Online-Publikationen. Sie werden in Unternehmen, Behörden, Verbänden und sonstigen Institutionen erstellt und dienen der Information von Mitarbeitern bzw. Mitgliedern.

Die Erstellung und Verbreitung der Pressespiegel geschieht entweder intern durch die zuständige Fachabteilung in einer Organisation oder ein externer Dienstleister, wie z.B. ein Clippingdienst oder Ausschnittdienstleister, übernimmt die Auswahl der Beiträge und deren Zusammenstellung zu einem Pressespiegel nach den inhaltlichen Vorgaben des Auftraggebers.

Pressespiegel können in Papierform oder auch digital erstellt und verbreitet werden.

Papier-Pressespiegel

Papier-Pressespiegel werden immer seltener erstellt, aber sie haben dennoch ihre Bedeutung in zahlreichen Institutionen. Die Herstellung von Pressespiegeln auf Papierbasis erfolgt in der Regel in fünf Schritten:

  • Recherche in Printausgaben von Zeitungen und Zeitschriften.
  • Ausschneiden oder Kopieren der relevanten Beiträge, u.U. auch Abbildungen und Grafiken.
  • Zusammenstellen der Ausschnitte oder der Kopien zu einem Pressespiegel-Dokument.
  • Vervielfältigung des ursprünglichen Pressespiegel-Dokuments durch Kopieren.
  • Verbreitung bzw. Weiterleitung an den Leserkreis in der Institution.

Die Erstellung und Verbreitung von Papier-Pressespiegeln kann entweder intern durch dafür zuständige Abteilungen innerhalb einer Organisation erfolgen, oder von einem externen Dienstleister (Medienmonitoring-Organisation, Clipping-Dienst, Medienbeobachtungsdienst) im Auftrag des Kunden übernommen werden.

In diesem Fall erfolgt die Medienbeobachtung und Pressespiegel-Erstellung nach den individuellen Vorgaben des Auftraggebers.

Digitale Pressespiegel

Hauptmerkmal digitaler Pressespiegel (früher: “elektronischer Pressespiegel”) ist, dass die Inhalte in digitaler Form vorliegen, bzw. gespeichert, verarbeitet und zur Verfügung gestellt werden.

Die Inhalte stammen in der Regel aus den klassischen Printausgaben und begleitenden Online-Titeln von verschiedenen Presseerzeugnissen.

Bei Print-Medien werden zuvor ausgewählte Artikel, Seiten oder komplette Ausgaben durch Einscannen digitalisiert. Wenn ganze Ausgaben von Zeitungen oder Zeitschriften eingescannt werden, kann die Auswahl der relevanten Beiträge auch im Nachhinein erfolgen, wenn die Daten bereits digital vorliegen.

Stammen die Inhalte, die in einen Pressespiegel fließen sollen, bereits aus Online-Quellen, so erübrigt sich deren erneutes Einscannen. In diesem Fall müssen die fraglichen Beiträge nur noch entsprechend der vorgegebenen Recherchekriterien ausgewertet werden.

Abschließend können die ausgewählten, relevanten Beiträge dem Leserkreis per E-Mail oder als Download zur Verfügung gestellt werden.

Die genannten Schritte werden entweder intern in einer Organisation z.B. durch dazu beauftragte Pressestellen oder Kommunikations-Verantwortliche erledigt. Eine alternative Lösung ist die Beauftragung eines externen Medienbeobachters.

Eine sehr komfortable Art, einen digitalen Pressespiegel zu erstellen, bietet die PMG Pressedatenbank. Hier liegen die Beiträge aus rund 2.000 Zeitungen, Zeitschriften, Online-Medien und von Agenturen bereits in digitaler Form vor. Aufwändiges Scannen von ganzen Printausgaben erübrigt sich ebenso, wie das Durchsuchen einzelner Online-Quellen.

AUSNAHMEREGELUNG GEMÄẞ § 49 URHG (“PRESSESPIEGEL-PARAGRAF”)

Basierend auf einer Ausnahmeregelung des Urheberrechts besteht eine Möglichkeit, digitale Pressespiegel
in deutlich eingeschränkter Form zu erstellen:

Artikel, die ausschließlich politische, wirtschaftliche oder religiöse Tagesfragen betreffen dürfen im Rahmen eines Pressespiegels verbreitet werden. Die maximale Vorhaltedauer für diese Artikel beträgt sieben Tage, und die Verbreitung ist nur in Form einer grafischen Abbildung des Original-Artikels zulässig.
Außerdem darf die Nutzungsintensität des elektronischen Pressespiegels nicht die des Papier-Pressespiegels überschreiten.

FRAGEN ZUR ERSTELLUNG, LIZENZIERUNG UND VERBREITUNG VON PRESSESPIEGELN

1. WARUM IST DIE ERSTELLUNG EINES (DIGITALEN) PRESSESPIEGELS LIZENZPFLICHTIG? WOFÜR BRAUCHE ICH DENN EINE LIZENZ?
Aufgrund der Regelungen im Urheberrecht und der Urteile des BGH.
Um den Beitrag/Artikel legal im Rahmen eines (digitalen) Pressespiegels verbreiten zu dürfen.

2. DARF ICH FÜR MEIN UNTERNEHMEN EINZELNE ARTIKEL IN KLEINEREN MENGEN KOPIEREN BZW. EINSCANNEN UND AN KLEINERE LESERKREISE WEITERLEITEN?
Nein. Sobald ein Artikel eingescannt/kopiert wird, liegt eine Vervielfältigung vor. Somit ist der Beitrag zu lizenzieren. Es gibt keine Bagatellgrenze.

3. WAS PASSIERT, WENN ICH MEINEN PRESSESPIEGEL ERSTELLE UND VERBREITE, OHNE DIE LIZENZEN DAFÜR ZU ERWERBEN?
Sofern keine Vereinbarungen mit den Rechteinhabern/Verlagen getroffen wurden, besteht eine Urheberrechtsverletzung.
Über die PMG Presse-Monitor GmbH als Unternehmen der deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage können nachträglich Lizenzen erworben werden.
Ggf. sind strafrechtliche Folgen/Schadenersatzforderungen möglich.

4. DÜRFEN DIE LIZENZIERTEN ARTIKEL FÜR MEDIENANALYSEN VERWENDET WERDEN?
Nein. Die Pressespiegel-Lizenzen berechtigen lediglich dazu, Beiträge innerhalb einer Organisation in Form eines Pressespiegels zu verbreiten.
Gleichzeitig verpflichten sie zur aktiven Löschung nach vier Wochen. Auch das Belegexemplar des Pressespiegels, welches bis zu zwölf Monate lang gespeichert werden kann, darf nicht als Basis einer Medienanalyse verwendet werden
Zudem dürfen keine Artikel/Beiträge an externe Dienstleister zum Zwecke der Medienanalyse weitergegeben werden.

 

 

 

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