Print-Medien vs. elektronische Medien in der Kommunikation | PR-Experten

Ulrike Illner
Ulrike Illner

Jeden Monat beantwortet Ingrid Moorkens, Expertin für Medienbeobachtung und -analysen eine Leserfrage im prmagazin. Diesmal möchte E. Minera aus Hannover wissen: Unser Kunde ist auf Abdrucke in den führenden Print-Medien fixiert. Elektronische Medien werden selbst bei negativen Meldungen konsequent negiert – bislang sogar erfolgreich. Haben wir bislang Glück gehabt oder Unrecht?

Wie wichtig sind Print-Medien und Digitalmedien im Kommunikationscontrolling?

Ingrid Moorkens: Print gilt immer noch und gerade bei Älteren als nachhaltiges, seriöses Qualitätsmedium im Gegensatz zum vermeintlich flüchtigen Radio/TV oder Internet. Themen werden dort oft reflektierter und ausführlicher behandelt. Starke Print-Medienmarken stehen für Qualität und Seriosität. Je nach Stakeholder-Gruppe, die adressiert werden soll, kann es sich dabei um genau das Mediensegment handeln, mit dem die Zielgruppe am ehesten erreicht wird.

Allerdings ist es zunehmend unwahrscheinlich, dass eine Beschränkung auf eine physische Darreichungsform (Print) zielführende und effiziente Medienkommunikation ermöglicht. Medien aller Art, vor allem die Printmedien selbst, setzen zunehmend auf ein professionelles Content Marketing, das mehrere Kanäle bedient. Ihre Themen und Geschichten spielen sie dabei kanaloptimiert und mehrfach aus. Die meisten Print-Medienmarken haben längst Online News Seiten in ihrem Portfolio und E-mail-Newsletter, einige produzieren und veröffentlichen inzwischen Bewegtbild-Stücke. TV Angebote wie z.B. die „tagesschau“ bieten ihrerseits ausführliche News Seiten im Netz und viele (Print-)Journalisten senden den Hinweis auf ihre Geschichten über ihre eigenen Social Media Kanäle, vor allem über Twitter.

Auch Leser trennen in ihrer Mediennutzung immer weniger zwischen technischen Zugangsmöglichkeiten oder Darreichungsformen. Sie orientieren sich an Medienmarken. Insofern empfiehlt es sich, das Mediengeschehen stakeholderorientiert und gesamthaft im Blick zu haben und zu bewerten.

Ingrid Moorkens bei der PMG

Über die Autorin

Ingrid Moorkens verantwortete bis 2019 den Bereich Produktstrategie und Produktmanagement bei der PMG. Das Management des Analyse-Tools PMG MediaMeter steuert sie dabei – ganz Medienanalystin im Herzen – selbst. Die Digitalisierung der klassischen PR-Dienstleistung Medienmonitoring und -analyse ist seit vielen Jahren ihr Kernthema. Den wachsenden Herausforderungen der PR-Verantwortlichen, vorausschauend Themen setzen, zielführend handeln und rechtzeitig reagieren zu können – in einem sich ständig ändernden Medienumfeld, möchte sie dabei mit den passenden und notwendigen Tools begegnen.

Die Diplom-Politologin ist seit 20 Jahren in leitender Position und für viele Kunden in der PR-Evaluation tätig. Sie lehrt an Hochschulen zum Thema Kommunikations-Controlling und ist in der Medienevaluationsbranche gut bekannt und bestens vernetzt.

Die PR-Experten

Dieser Text ist im prmagazin 07/2017 erschienen. In jedem prmagazin antwortet eine Runde von PR-Praktikern auf Fragen von Lesern und gibt Tipps und zeigt Lösungswege auf.

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Artikel von
Ulrike Illner

ist studierte Medienwissenschaftlerin und Marketing-Allrounderin.

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